Berliner Energietage 2012 mit Teilnahmerekord eröffnet
Heute wurden die Berliner Energietage 2012 eröffnet. Mit 46 Fachveranstaltungen bieten die Berliner Energietage bis zum 25. Mai einen kompletten Überblick zu relevanten Fragestellungen im Themenfeld Energieeffizienz in Deutschland. Insgesamt 7.800 Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik und dem deutschsprachigen Raum haben sich zur größten Veranstaltung in diesem Bereich angemeldet. Neben den Veranstaltungen des offiziellen Tagungs- und Kongressprogramms informieren mehrere Fachausstellungen über aktuelle Entwicklungen von Energieeffizienzprodukten.
In seiner Eröffnungsrede betonte der Berliner Umweltsenator Michael Müller die Chancen der Stadt Berlin, die mit einer anspruchsvollen Energie- und Klimapolitik unmittelbar verbunden sind. „Wir wollen Berlin bis 2050 zu einer klimaneutralen Stadt machen. Dabei werden wir klima-, energie- und sozialpolitische Fragen konsequent zusammen denken. Bei der Umsetzung unserer Ziele setzen wir auf ein breites Bündnis und eine aktive Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen.“ so Müller.
Der Organisator der Berliner Energietage, Jürgen Pöschk, wies darauf hin, dass in den Bereichen Energieeffizienz und Klimaschutz nach wie vor sehr unterschiedliche Interessen und Positionen aufeinander treffen. Das Konzept der Berliner Energietage verfolge das Ziel, vorurteilsfreie und offene Diskussionen zwischen allen relevanten Akteuren zu ermöglichen und diese Debatten im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen transparent zu machen.
Die Berliner Energietage 2012 werden gefördert durch:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin,
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie,
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung,
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Energieeffizienz – eine tragende Säule der Energiewende
Die vom Saarbrücker IZES organisierte Tagung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) stieß in diesem Jahr auf besonders reges Interesse: Über 290 BesucherInnen hatten sich angemeldet, rund 270 waren gekommen.
Ursula Heinen-Esser, Parlamentarische Staatssekretärin im BMU, hob die die zentrale Bedeutung der Energieeinsparung für das Erreichen der klima- und energiepolitischen Ziele der Bundesregierung hervor. Energieeffizienz muss besser adressiert und Innovation in den Mittelpunkt gerückt werden.
Beispiele aus Industrie und Haushalten für mehr Energieeffizienz und Energieeinsparung z.B. durch Entwicklung und Anwendung einschlägiger Kennzahlen im Produktionsprozess, durch den Einsatz von Smart Metern und Feedbacksystemen oder durch zielgruppengerechte Stromsparberatung für einkommensschwache Haushalte zeigen wie es geht.
Ein Blick über die Grenze nach Österreich zeigte, dass in Unternehmen seit Start des Programms „klima:aktiv“ der Energieagentur bereits beachtliche Erfolge erzielt wurden: 440 GWh Strom und Wärme und 156.000 t CO2 konnten eingespart werden.
Die Energiewende aktiv gestalten: Nachlese zum 1. Tag der Berliner Energietage 2012
Bei den 13. Berliner Energietagen hat RWE Energiedienstleistungen GmbH am Vormittag des 23. Mai 2012 zum Thema „Die Energiewende aktiv gestalten – Strategische Partnerschaften als Schlüssel zum Erfolg“ eingeladen.
Martin Mahlberg begrüßte alle Teilnehmer und stellte die Referenten der Veranstaltung vor. Mit vier Vorträgen von hochkarätigen Fachleuten der Energie- und Wohnungswirtschaft startete die Veranstaltung, die mit einer Podiumsdiskussion endete.
Dr. Markus Mönig, Geschäftsführer der RWE ED, referierte über die RWE Effizienz Union, die strategische Partnerschaften und deren Notwendigkeit darstellt. Im Anschluss gab Lars-Frederik Ziegenbein, Geschäftsführer der Bio-Erdgas Allendorf GmbH, einem Unternehmen der Viessmann Gruppe einen Einblick in die Erzeugung von EEG-Ökostrom mit Bio(erd)gas und seiner Verwendung. Darauf folgte Ullrich Brickmann, Building
Technologies Division der Siemens AG, zum Thema „Nachhaltige Lösungen - Erfahrungen eines globalen Industrieunternehmen“. Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Herr Tajo Friedemann, Consultant bei Jones Lang LaSalle, zum Thema Immobilienwirtschaft.
„Die Besucheranzahl und die lebhafte Diskussion spiegelt uns, die richtigen Themen aufgegriffen zu haben“, resümiert Martin Mahlberg.
Klimaschutz: Ein Beitrag zum Denkmalschutz
Dass Klimaschutz und Denkmalschutz nicht zwangsläufig konkurrierende Ziele verfolgen, wurde beim Workshop des Berliner ImpulsE-Programms deutlich. Mit grundlegenden Überlegungen zum Umgang mit stadtbildprägender Architektur in Berlin leitete die Leiterin der Werkstatt Baukultur, Dr. Dagmar Tille, die gut besuchte Veranstaltung ein. Stephan Gärtner stellt das neue Förderprogramm der KfW vor, mit dem der energetischen Sanierung von Denkmälern zum Durchbruch verholfen werden soll. Er betonte, dass der neue KfW-Standard im Einvernehmen mit der Denkmalpflege entwickelt wurde.
Die vorgestellten Praxis-Beispiele aus Berlin und dem Bundesgebiet illustrierten zugleich, welche Energieeinsparungen mit moderner Technik erreicht werden können und wie damit Denkmäler zukunftsorientiert weiterentwickelt werden können. Sabine Djahandschah von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) präsentierte Projekte aus dem DBU-Förderschwerpunkt zur zukunftsweisenden Weiterentwicklung denkmalgeschützter Altbausubstanz. Dass selbst Baudenkmäler im Rang eines Welterbes auch energetisch saniert werden können, zeigte der Vortrag von Winfried Brenne über die Sanierung der Siedlung Schillerpark.
EnergieEffizienz-Tisch Berlin – Erfolge spornen zum Mitmachen an
In jedem Betrieb gibt es viele rentable Möglichkeiten, die Energiekosten zu senken. Die beiden Unternehmen Wilhelm Reuss GmbH & Co. KG Lebensmittelwerk und Moll Marzipan GmbH vom Berliner EnergieEffizienz-Tisch zeigen, wie es geht.
Zu häufig fehlt in Betrieben die Zeit für die Vorbereitung und Auswahl der passenden Lösung. Um die Energieeffizienz kostengünstig zu steigern und die CO2-Emissionen zu mindern, organisieren sich Unternehmen zunehmend in Netzwerken. In einem dreijährigen Coaching-Prozess werden in den Unternehmen die Wege für einen effizienten Umgang mit Energie aufgezeigt, Umsetzungsstrategien entwickelt und die Realisierung erster Maßnahmen begleitet. In der heutigen Veranstaltung überzeugten sich knapp 100 interessierte Teilnehmer vom Erfolgsmodell EnergieEffizienz-Tisch Berlin: Moll investiert rd. 200 T€ in die Kälte-, Beleuchtungs- und Druckluftanlagen, Dämmung und Rösterumbau und spart so zukünftig rd. 80 T€/a. Reuss senkt die Energiekosten z.B. allein durch die Abwärmenutzung an der Druckluftanlage und dem Austausch eines Kondensatableiters um rund 50 T€/a.
„Netzwerkarbeit ist mehr als eine konventionelle Beratung: Die Unternehmen informieren und unterstützen sich gegenseitig, gehen Kooperationen ein und verabreden Einsparziele. Das Projektteam setzt Impulse, fördert und fordert, so der Moderator des Netzwerks, Johann Behrends, der ausdrücklich weitere Unternehmen aus der Region zum Mitmachen einlädt.
Die Initiatoren des EnergieEffizienz-Tisches Berlin: IHK Berlin, BEHRENDS CONSULT, ÖKOTEC Energiemanagement GmbH, Modell Hohenlohe. Kontakt: Johann Behrends BEHRENDS CONSULT
Die Berliner Energietage in den Medien: Presseforum gut besucht
Pünktlich zur Eröffnung der Berliner Energietage nutzten über 70 Journalisten aus ganz Deutschland die Möglichkeit sich selbst ein Bild vom größten deutschen Tagungsevent der Energiebranche zu machen. Besonders das zusätzliche Angebot für Journalisten auf dem Presseforum der Berliner Energietage mit zahlreichen Experten in direkten Kontakt zu treten, wurde gerne genutzt. In den heutigen vier Pressekonferenzen stand das Thema Energiewende im Fokus. So erläuterte erstmals der Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller, welche nächsten Schritte der Berliner Senat plant, um die Energiewende auch in der deutschen Hauptstadt realisierbar zu machen.
In der nachfolgenden Pressekonferenz von DENEFF, Deutschem Naturschutzring und GEODE wurde der Blick über den Berliner Tellerrand gewagt und deutsche sowie europäische Energieeffizienzpolitik kritisch analysiert.
Anschließend kritisierte der Deutsche Mieterbund (DMB), dass das Bundesregierung ihren Absichtserklärungen keine Taten folgen lasse. Aus der Sicht des Verbandes bleibe für die Energiewende im Gebäudebereich vor allem eine Frage offen: Wer soll die Kosten für energetische Sanierungen übernehmen? In diesem Zusammenhang forderte der DMB eine Erhöhung der Fördermittel.
Interessante Ansätze, die einen Ausweg aus der Sanierungsfalle bieten könnten, stellte der NABU vor. Der vom Naturschutzbund vorgestellte Sanierungsfahrplan beinhaltet sowohl Aspekte des Förderns (KfW-Mittel / Steueranreize) als auch Instrumente des Forderns (EnEV-Verschärfung). Ausführlich stellt der Verband dieses Konzept auch noch auf seiner Veranstaltung 1.11 „Mit EnEV, EEWärmeG & Co in der Sanierungsfalle?“ am Freitag von 9 bis 13:00 Uhr im Raum D des Ludwig Erhard Hauses vor.
Messen und Jobbörse von großem Interesse
Die Fachmesse „Energie-ImpulsE“ bewies schon am heutigen Eröffnungstag, dass sie ihren Ruf als Schnittschnelle zwischen Innovation und Praxis gerecht wird. In einem vollen Ludwig Erhard Haus drängten sich Interessierte an den Ständen der insgesamt rund 50 Aussteller.
Auch die „kleine Schwester“ der großen Ausstellung – die Gründer- und Innovationsmesse im 1. OG des Ludwig Erhard Hauses – stieß bei den Besuchern auf großes Interesse. Die jungen Start-Ups aus Berlin und Brandenburg präsentierten ihre innovativen Ideen einem großen Publikum und sammelten so zahlreiche neue Kontakte.
Ebenfalls bereits am ersten Tag gut besucht war die Jobbörse, die in Kooperation mit greenjobs.de aktuelle Stellenangebote aus der Energiebranche im 1. OG des Ludwig Erhard Hauses ausstellt.
Wer sich noch selbst vom umfangreichen Rahmenprogramm neben den Tagungen der Berliner Energietage überzeugen will, kann dies noch unkompliziert tun. Die Fachmessen sowie die Jobbörse können noch morgen von 9 bis 18 Uhr und am Freitag von 9 bis 16 Uhr kostenfrei und ohne Voranmeldung besucht werden.




























